Thema: Drogen

Cannabis

 

Seit mehr als 30 Jahren ist Cannabis die häufigste illegale Droge in allen Ländern Westeuropas. Außerdem steigt die Zahl der KonsumentInnen weiterhin.

 

Jeder dritte Mann und jede fünfte Frau im Alter zwischen 18 und 59 Jahren haben zumindest einmal Cannabis probiert. Zwischen dem 15. und dem 23. Lebensjahr steigt die Zahl der KonsumentInnen stark an, um danach stetig abzusinken. Wer Cannabis konsumiert, raucht auch häufiger Zigaretten, pflegt auch einen problematischeren Umgang mit Alkohol und hat auch mehr Erfahrungen mit anderen illegalen Drogen als Jugendliche und junge Erwachsene gleichen Alters, die kein Cannabis rauchen. Der Anteil an der Klientel der Beratungsstellen schien sich schon 2004 bundesweit zu vergrößern, ein Trend, der offenbar bis heute anhält.

 

Insgesamt ist Cannabis-Konsum ein eher jugendspezifisches Verhalten. Die Mehrzahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreibt einen eher gelegentlichen Konsum und nimmt auch keine anderen illegalen Drogen zu sich.

 

 

Konsummuster

Jeder vierte Jugendliche konsumiert Cannabis fast täglich. Frauen rauchen deutlich seltener als Männer (7,3 Tage im Monat bei Frauen, 10,5 Tage bei Männern). Außer der Frequenz ist auch ein Wandel bei der Intensität des Konsums zu bemerken. Höherer Wirkstoffgehalt und „aggressivere“ Konsumformen (Topf- und Eimerrauchen) führen zu höheren THC-Konzentrationen im Körper und damit im Nervensystem. Dies hat zur Folge, dass erheblich häufiger und früher eine Abhängigkeit eintritt.

 

 

Welche anderen Drogen werden noch konsumiert?

Die höchste Korrelation besteht zum Rauchen (74,8 %). Wer noch nie Cannabis konsumiert hat, raucht nur zu 29,2 %. 35,6 % aller 18- bis 24-jährigen Bundesbürger weisen einen riskanten oder schädlichen Alkoholkonsum auf. Bei den CannabiskonsumentInnen sind es 55,9 %, d. h. sie trinken auch mehr Alkohol als andere.

 

Der Konsum weiterer illegaler Drogen ist vergleichsweise selten. 24,1 % aller Cannabis-User konsumieren andere illegale Drogen. Das Spektrum umfasst im Wesentlichen die so genannten Party-Drogen, also Amphetamine, Kokain, Ecstasy und halluzinogene Pil-ze. Konsumiert jemand nur gelegentlich Cannabis, ist die Gefahr gering, dass er/sie zu anderen Drogen greift. Kifft jemand ständig größere Mengen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie auch andere Drogen aus dem legalen und illegalen Bereich missbraucht. Diese Personen sind massiv abhängkeitsgefährdet.

 

Wie häufig kommt es zur Abhängigkeit?

Nach neueren Untersuchungen erfüllen jeder fünfte Cannabiskonsument und jede zehnte Cannabiskonsumentin die Kriterien einer Abhängigkeit. Häufig treten in Zusammenhang mit Cannabisabhängigkeit andere psychische Störungen auf. Viele leiden unter Persönlichkeitsstörungen, Verhaltens- oder affektiven Störungen. Dabei kann Cannabisabhängigkeit sowohl Ursache als auch Folge der Störung sein.

 

 

Illegale Drogen

2004 kam es zu einem deutlichen Anstieg der registrierten Rauschgiftdelinquenz. Hauptursache war die starke Zunahme der Cannabis-Delikte. Es scheint so, dass Amphetamine und Cannabis zu-nehmend an Bedeutung gewinnen. Auch Ecstasy ist nach einem Rückgang im Jahr 2003 wieder im Aufwind. Gegenläufig hierzu ist der Trend bei Heroin. Insgesamt ist die Zahl der erstauffälligen Konsumenten aller „harter“ Drogen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 % auf 21.100 registrierte Personen angestiegen.

Im Straßenverkehr ist die Unfallursache „andere berauschende Mittel“, bei der Personen zu Schaden kamen, von 1994 - 2004 um 162% gestiegen, während im gleichen Zeitraum die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 14 % zurückging.

 

Drogen am Steuer werden zu einem immer größeren Problem, obwohl sich insgesamt die Verkehrssicherheit verbessert.